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Viele sind schon aus der Kirche ausgetreten. Einige haben hier darüber geschrieben.  Wenn du schon ausgetreten bist, kannst DU deine Geschichte hier erzählen. Wenn Du wissen wisst, wie du austreten kannst, lies bitte unten weiter.

Aus aktuellem Anlass – Gottesstaat Bayern.

Söder Bayer Kreuz austreten
Bild: Spiegel-Online

Wie der Spiegel berichtet, hat die Bayrische Landesregierung ein Gesetz erlassen, dass ab dem 1.6.2018 in jeder staatlichen Behörde ein christliches Kreuz oder Kruzifix zu hängen habe. Damit wird analog zur Türkei eine wichtige und richtige Entwicklung zurückgedreht – die der Säkularisierung. Es handelt sich dabei nicht um eine “schleichende Entwicklung, sondern eine, bei der sich Macht der Kirchen und Macht der Politik gemeinsam gegen andersgläubige, konfessionslose und Atheisten richten und diese mit einem peinlichen Dominanzgebahren verunglimpfen. Jedem Christen sollte diese Aktion zutiefst peinlich sein.

Wer noch Mitglied der Kirche ist, sich aber vom Glauben abgewandt hat, wer “aus Gewohnheit” noch Mitglied der Kirche ist, sich aber nicht mehr mit der Kirche und dieser Söderschen Peinlichkeit identifizieren kann, dem empfehlen wir eines: AUSTRETEN !

Nur durch einen Austritt verschiebt sich die Mehrheit der Menschen erkennbar, die sich für eine säkulare Gesellschaft und echte Religionsfreiheit in Deutschland und in Bayern.

Hier findest Du Informationen zum Kirchenaustritt in Bayern. Weiter unten findest du Informationen zu anderen Bundesländern.


Wie

Du gehst zu Öffnungzeiten zur zuständigen Stelle und erklärst dort schriftlich, dass du austreten willst. Erfrage  vorher telefonisch vorher Öffnungszeit und Kosten und ggf. weitere mitzubringende Dokumente.  Bring auf jeden Fall deinen Personalausweis mit.


Zuständige Stellen

In Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ist das Amtsgericht zuständig. In Hessen ist die Gemeindeverwaltung zuständig.  In Bremen und allen anderen Bundesländern das Standesamt. In einigen Stadteilen Bremens kann man  direkt bei der Kirche austreten. das kostet dann nichts. Rufe dort also einfach bei der Kirche an und erfrage die Modalitäten.


Kosten

Die Kosten liegen in der Regel zwischen 0 (Brandenburg) und 32 Euro (Saarland) mit einer Tendenz zwischen 25 und 30 Euro. In einigen Bundesländern legt jede Gemeinde das selbst fest – da gibt es Gemeinden, die 50 Euro für einen Austritt verlangen. Einige Stellen bieten ermäßigte Tarife für Minderjährige oder finanziell schwächere Austrittswillige an. Informieren dich vorher beim Amt/Amtsgericht ob diese Möglichkeit besteht.


Und wenn du ausgetreten bist: erzähle bitte hier deine Geschichte!

Warum austreten?

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Also – Warum Du austreten willst – das kann ich nicht sagen. Ich bin kein Hellseher.

Viele treten wegen der Kirchensteuer aus. Geld sparen. Einige haben das wirklich nötig andere optimieren damit ihre Kaufkraft für Konsumartikel – haben das also auch nötig, aber anders.

Einige treten aus der Kirche aus, weil sie nicht an den Gott glauben, wie ihn die Kirche vermittelt – es gibt Christen, die die Kirche für einen großen Fehler halten und bestimmt nicht das was Jesus gemeint hat und treten deswegen aus, andere treten aus, weil sie überdrüssig sind, sich Argumente zurechtzulegen zu müssen wie sie etwas als wahr behaupten können, von dem sie überzeugt ist, dass es nicht wahr ist. (Marias Jungfrauengeburt, Jesus ist wiederauferstanden, die Hölle erwartet den ungläubigen Sünder, nur durch Jesus steht das To offen….) und so weiter. Einigen geht das “ja das sehen wir nur metaphorisch” auch nicht weit genug – wenn sie denn schon “Gottes Wort” nicht in allen Details wortwörtlich nehmen.

Es gibt auch welche, die austreten, weil sie etwas anderes glauben. Vielleicht sind sie Nichiren-Buddhisten geworden und treffen sich wöchentlich vor dem Schrein eines Bekannten und beten gemeinsam für einen neuen Kühlschrank oder etwas anderes recht weltliches “Namu Myōhō Renge Kyō” – das “Universelle Gesetz” lässt sich sehr pragmatisch durch Wiederholung eines Mantras beeinflussen. Aber es gibt auf dem “Markt der Religionen” noch viele andere, diese Variante fiel mit gerade spontan ein. Mit der hatte ich nur eher Kurz Berührung und habe an nur wenigen Sitzungen teilgenomen. Ähnlich wie Sant Thakar Singh – der mir zur Initiation die hand auf den Kopf legte und mir ein geheimes Mantra verriet das ich wohl vergessen habe und das so geheim ist, dass Google es nicht kennt, wenn ich mich erinnere oder es finde, ergänze ich es hier.

Einige sind unzufrieden mit der Kirche als Organisation. Als das wäre auch etwas, das ich nachvollziehen könnte. Es gibt Strukturen und auch einige Amts- und Würdenträger, die einem die Identifikation vermiesen können. Und aus der Sicht einiger läuft das Fass über.

In Grund, aus dem viele austreten ist sicherlich das Internet – und die Tatsache, dass Informationen sich heute etwas freier verbreiten, als z.B. vor Luthers Zeiten. Man muss sich nur überlegen, dass damals nur wenige Bücher überhaupt existierten und die Priester der katholischen Kirche quasi ein Monopol hatten, wenn es darum ging, die Welt, Gottes Wille und die Rolle des Menschen darin zu erklären. Da gab es keine Bücherei. keine E-Book-reader und auch keine Smartphones. Das hat sich ziemlich gewandelt und daher klingen viele Geschichten heute definitiv weniger plausibel, als zu Zeiten, wo es keine Alternative zu dieser Deutung gab.

Das ist übrigens ein großes Problem für viele Muslime, die aus abgelegenen Gebieten zu uns kommen – also aus Gegenden, wo ein solches Monopol heute noch herrscht. Das kann bei einigen für echte Kopfschmerzen sorgen und noch ganz andere Nebeneffekte haben. Das kann auch bei denen irgendwann dazu führen, dass sie ihren Glauben ablegen – was ein oft sehr schmerzhafter und sozial schwieriger Prozess sein kann – und ungleich schwieriger als bei Christen mit westeuropäischer Sozialisation.

Finde also bitte selbst heraus, warum Du speziell austreten willst – in der Gewissheit, dass es viele Gründe gibt und Du dich  immer in Gesellschaft befinden.

Über mich

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Sie fragen sich vielleicht? Wer kommt den auf die Idee eine solche Website und solch eine Kampagne zu erstellen. Also erzähle ich Ihnen etwas über mich und meine Motivation.

Ich bin selbst nicht getauft, nicht konfirmiert und habe nie einer Kirche angehört. Ich bin in den 50 Jahren meines Lebens jedoch an  recht vielen Religionen vorbei gekomen und habe mich mehr oder weniger intensiv mit ihnen befasst. Ich hatte mehrere Monate Unterweisungen im Buch Mormon, ich habe in einem tibetischen Kloster im Himalaya gelebt, ich habe auch mal “stairway to heaven” in einer evangelischen Kirche gesungen und den Gottesdienst musikalisch bereichert. Ich habe auch schon mal in einem Kirchenchor gesungen und – ich mag Bach und seine Kirchenmusik.

Ich kann kein Smalltalk

Auch wenn man in Lehrbüchern über Smalltalk davor gewarnt wird, nicht über Religion zu sprechen, konnte ich mich selten zurückhalten – auch deshalb weil mich die Frage immer fasziniert hat, was Menschen mit Religion verbindet und was sie damit verbinden. Ich bin auch vielen “Zweiflern” über den Weg gelaufen und habe Gespräche mit Menschen geführt, die nicht wirklich gläubig waren, aber aus den verschiedensten Gründen Mitglied der Kirchen blieben.

Ich habe oft Menschen getroffen, die ich wegen der Dilemmata bedauert habe, in die sie wegen Glaubensfragen und organisierte Religion  uns ihrer sozialen Bezüge steckten. Andere wiederum hatten sich ein beeindruckendes System des “Doppeldenk” zugelegt, in dem es von “relativen Wahrheiten” wimmelte und das wie ein lieb gewonnenes Kartenhaus aus kaum hinterfragten Ansichten gepflegt wurde – häufig mit einem Ansatz, den man von der Pascalschen Wette her kennt. “Wenn ich falsch liege, ist das auch nicht so schlimm, ich kann nur gewinnen” – ich sehe das übrigens mittlerweile anders – man kann verlieren. Pascal hat geschummelt.

Afghanische Muslime und die “Schwulenparade”

Ein weiterer Eindruck der mich beeinflusst hat, war der Christopher Street Day (CSD) in Hannover dieses Jahr. Ich bin mit der Bahn hingefahren – muss vielleicht sagen, dass ich verheiratet bin und zwei Kinder habe und weder zum Crossdressing, noch zu anderen Bunten dingen tendiere. Was ich aber mal erleben wurde, war die Party und der Umzug, der ja etwas von Karneval hat – wenn auch einen ernsten Hintergrund.

Am Bahnhof traf ich, vom CSD völlig unabhängig, auf einen Stand “Muslime für den Frieden”. Da ich, wie oben beschrieben, kaum einem Gespräch zu Religion aus dem Weg gehen kann, ging ich natürlich schnurstracks auf den Stand zu. Es war ein Stand der Ahmadiyya Muslime “Liebe für alle, Hass für keinen” war als Motto an dem Stand angebracht. Das interessierte mich.

Am Stand traf ich eine “Konvertitin”, also eine Deutsche, die zum Islam übergetreten war und wir unterhielten und nett. Irgendwann kam das Gespräch auf den Christopher Street Day (CSD) – und dieser wurde, wie üblich als “Schwulenparade” klassifiziert. Und so fragte sie mich “OK – aber wie erkläre ich das meinen Glaubensbrüdern aus Afghanistan? Für die sind das Sünder und der Qur’an ist da sehr eindeutig…”

Ich erklärte etwas zur Historie des CSD und dass dieser nach einem Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village benannt wurde – und also im Prinzip damit vergleichbar ist, dass man sich in Deutschland nicht schämen muss, Muslim zu sein und sich einfach (und auch mit etwas Selbstbewusstsein) auf den Vorplatz des Bahnhofes stellen kann und sagen kann: “So bin ich und für mich ist das OK – und wir feiern das einmal im Jahr – und alle die sich als “sexuell anders” benachteiligt oder unterdrückt fühlen, aber ein postives Lebensgefühl haben, können sich uns anschließen – so kommt es ja dass das Akronym LGB (Lesben Schwule Bisexuelle) immer weiter angewachsen ist auf “LSBTTIQ” – und wer wissen will, was das bedeutet kann googlen. Kommen wir auf diese Seite zurück “kann ich mal austreten” – und was der CSD damit zu tun hat. Nichts. Oder?

Komm mal zum Thema zurück

Doch – ich denke auch diejenigen die Zweifeln, die sich schon längst vom Glauben abgewandt haben, die “kirchenfern” sind oder wie es in Kirchlichen Kreisen heißt  “Taufschein-Christen” oder “Namenschristen” oder U-Boot-Christen (und da klingt ja doch etwas Abwertung mit, oder?) – also auch diese brauchen eine positive Selbstwahrnehmung.

Jahrhunderte Christlicher Dominanz haben ihre Spruren in unserer hinterlassen. Beispiele:

  • “unchristlich” ist  alles aber nicht gut
  • “gottlos” – auch da gibt es wenig positive Assoziationen
  • Atheist – ist dem christlichen Verständnis nach ein “gottloser”
  • Häretiker
  • Ketzer  (Syonyme sind “Abweichler” und “Verräter”
  • Gotteslästerer

Wer das überprüfen will, kann sich einmal diesen Link anschauen. Der führt zu noch mehr Beispielen.

So und heute, am 29.12.2017 habe ich beschlossen – es ist Zeit, den Spieß umzudrehen – nicht um die Sprache so zu beeinflussen, dass die Gläubigen jetzt “Abweichler oder Verräter” sind oder Christen mit mehr abwertenden Begriffen zu überziehen, als Christen Atheisten mit abwertenden Begriffen zu beziehen sondern in der Beziehung dass ein Austritt aus der Kirche kein Akt der Schande ist, sondern Grund zur Freude, ein Akt der Befreiung, der Erleichterung.

Und so nimmt die Kampagne “kann ich mal austreten” auch die Scham aufs Korn, die einige verspüren mögen, wenn sie den Gang antreten, auszutreten.

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kannichmal@austreten.info

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