Kreationismus auf dem Vormarsch

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Hinweis: dieser kurze Beitrag entstand als relativ kurzer Facebook-Beitrag. Ich habe ihn hier nur leicht überarbeitet und eine Quellen und Fußnoten ergänzt. Ich werde ihn gelegentlich ergänzen und ausweiten.

In Deutschland steigt der Einfluss des Kreationismus, befürchten Experten. Einer Studie zufolge sind etwa 1,3 Millionen Deutsche Kreationisten 1, 2. Die Gefahr: Schon Grundschulkindern wird beigebracht, dass sie an wissenschaftliche Erkenntnisse nicht glauben müssen. Das fange bei der Evolutionstheorie an und höre bei der Frage auf, ob die Erde rund sei. Deutschland gibt es ca. 1100 Schulen in freikirchlicher Trägerschaft 3. Auch wenn diese staatlicher Aufsicht und Kerncurricula Unterligen, steht dort ein eher wörtliches Bibelverständnis 4 und der Glaube an die Erlösung durch Jesus Christus im Vordergrund 5 6 .

Menschen koexistierten mit Dinosauriern. Darstellung der Ausstellung "Answers in Genesis"
Menschen koexistierten mit Dinosauriern. Darstellung der Ausstellung “Answers in Genesis”

Kreationisten und er Biologieunterricht

Immer wieder gibt es auch den Fall, dass Kreationisten versuchen, mit ihren Ansichten in staatliche Schulen zu kommen. So bietet der evolutionskritische Verein „Wort & Wissen“ Seminare für Lehrer und Schüler zum Thema an 7. Schulen werden zudem kostenfrei mit Unterrichtsmaterialien über die Schöpfungsgeschichte versorgt – oder mit dem Werk „Evolution. Ein kritisches Lehrbuch“ von Reinhard Junker. Von außen ein normales Schulbuch, ist es tatsächlich eine radikale Abrechnung mit der wissenschaftlichen Evolutionstheorie.

Kreationismus auch unter Studenten verbreitet

Wie sehr eine evolutionskritische Haltung in der Gesellschaft angekommen ist, zeigt auch eine Studie an der Universität Dortmund 8. Demnach haben fünf Prozent aller zukünftigen Biologielehrer nach eigener Aussage Probleme, die Evolutionstheorie anzuerkennen.

Ist es notwendig gegen die Ausbreitung vorzugehen?

Es ist ähnlich wie beim Rassismus und beim Rechtsextremismus – vom Zuschauen alleine verschwindet der nicht. Wenn den “engagierten Kreationisten” nur “unbeteiligte Freunde der Evolution” gegenüberstehen, dann wird der Kreationismus weiter auf dem Vormarsch sein und es erwarten uns amerikanische Verhältnisse. Das vielbeschworene Mantra, dass “Wissenschaft und Religion nicht überlappende Domänen seien” ist nicht haltbar und entspringt offenbar Wunschdenken und der Hoffnung Konflikten aus dem Weg gehen zu können.

Weiterführende Links, oben als Fußnoten verlinkt:

  1. Ulrich Kutschera zitiert in Süddeutscher Zeitung.
  2. Forsa-Studie im Auftrag von fowid
  3. Dittmar Graf zitiert in WAZ Artikel
  4. Sueddeutsche Zeitung “Wenn die Bibel zum Gesetz wird”
  5. Vortrag von Wort und Wissen an einer freikirchlichen Schule zum Thema Schöpfungslehre
  6. WDR-Beitrag “Kreationismus im Unterricht”
  7. Westfalen Post “Kreationisten drängen an deutsche Schulen
  8. TAZ Artikel “Darwin ist doof”

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