Austritt erst nach dem Tod der Eltern

Ich bin katholisch getauft worden und habe das ganze Theater mitgemacht: Kommunion, Firmung, kirchliche Jugendfreizeit, Religionsunterricht, Katholikentagsbesuch. Erste Zweifel an der Existenz eines Gottes, kamen in der Teenager-Zeit, konkret wurde das Ganze erst nach dem meine Eltern verstorben waren. Die hätten das nicht verstanden. Der Austritt selbst war ein unspektakulärer Behördenakt. Die Formulare lagen bereits griffbereit in einem Regal im Flur des Standesamtes. Einfach ausfüllen, zusammen mit dem Ausweis abgeben, paar Minuten warten, dann Bescheinigung erhalten, fertig. Ich hatte mal gehört, dass man bei Austritt vom Pfarrer zu einem Gespräch geladen wird. Jedoch passierte nichts. Auf ein solches Gespräch hätte ich mich sowieso nicht eingelassen. Die Gebühr halte ich allerdings für eine Unverschämtheit, denn der Aufwand ist nicht größer als bei einer Ummeldung des Wohnsitzes und die kostet auch nichts.

Ohne Kirche besser dran